365 Tage für Sie im Einsatz

Thema der Woche

Unkraut richtig abflämmen - Ist das Verbrennen verboten?

 

Das Abflämmen ist keine neue Technik. In biologischen Betrieben werden Abflammgeräte bereits sein 1852 eingesetzt. Diese primitiven Geräte auf der Basis von Petroleum oder Benzin hatten aber noch Mühe, eine stabile Flamme zu gewährleisten. 1948 kamen erstmals effektive Konstruktionen auf der Basis von Flüssiggas auf den Markt. Seitdem wurden die Geräte, die vor allem im Gemüseanbau zum Einsatz kommen, immer weiter entwickelt. Und auch für den Hausgebrauch gibt es seit einigen Jahren moderne Handgeräte, die sich immer größerer Beliebtheit erfreuen.

Funktionsweise

Beim Abflämmen wird die Pflanze oder Pflanzenteile grundsätzlich nicht verbrannt. Die Unkräuter werden lediglich mit einem Brenner auf relativ hohe Temperaturen aufgeheizt. Bei der Erhitzung von Pflanzenzellen über einen Zeitraum von nur etwa einer Sekunde auf 60 bis 70 Grad gerinnt bereits das Eiweiß, das jede Zelle enthält. Werden die Pflanzenteile schockartig auf etwa 110 Grad erwärmt, platzen die Zellwände auf und die Zellflüssigkeit tritt aus. Das Unkraut muss also nicht komplett verbrannt werden, damit die Pflanze vertrocknet und abstirbt. Bei der Verbrennung von Flüssiggas, mit dem Abflammgeräte heutzutage betrieben werden, werden diese Temperaturen problemlos erreicht. Propangas entwickelt schneller Hitze als Butangas, deshalb eignet es sich besser für die Unkrautvernichtung durch Abflämmen.

Einsatzgebiete

Auf befestigten und gepflasterten Flächen siedeln sich im Laufe der Zeit verschiedene

Pflanzen an. Meist handelt es sich um Löwenzahn und Einjährige Rispe. Aber auch kriechende Knötericharten und Wegerich sind keine Seltenheit. In schattigeren Lagen sind Moose zu finden. Das Unkraut sieht aber nicht nur unschön aus, es kann auf Gehwegen auch zu Sicherheitsproblemen für Fußgänger und Radfahrer führen. Sämlinge der Weide oder Birke heben teils sogar die Platten durch ihre starken Wurzeln an und können außerdem Schäden an der Bausubstanz verursachen.

Rechtliche Grundlagen

Da die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf Gehwegen und gepflasterten Flächen wie Terrassen und Garageneinfahrten verboten ist, wird neben dem obligatorischen kraft- und zeitaufwendigen Unkrautjäten, bei dem die Pflanzen und Moose beispielsweise mit einem Messer aus den Fugen gekratzt werden müssen, auch im privaten Bereich immer häufiger die Abflammmethode eingesetzt. Diese thermische Methode ist sehr energieaufwendig und daher teuer. Daher ist ein Abflammen nur dann sinnvoll, wenn mechanische Maßnahmen nicht infrage kommen oder es sich um kleinere Flächen handelt.
§ 12 des Pflanzenschutzgesetzes besagt:
Unerwünschte Gräser und Kräuter auf Plätzen und Wegen sollen mechanisch oder thermisch beseitigt werden. Hierfür stehen verschiedene Geräte und Verfahren zur Verfügung, für die keine Ausnahmegenehmigung erforderlich ist. Zu den erlaubten thermischen Verfahren gehören Geräte, die nach folgendem Prinzip arbeiten:

  • Verbrennung von Gas oder Öl (heißes Gasgemisch)
  • Infrarotstrahlung
  • erhitztes Wasser oder Dampf
  • heiße Luft

Zu diesen Geräten gehören auch alle Arten von Abflammgeräten, die für den häuslichen Gebrauch zur Unkrautbekämpfung konzipiert sind

Effektivität

Unter idealen Bedingungen ist das Abflämmen von Unkraut sehr effizient. Allerdings ist die Wirkung dieser Methode sehr variabel und hängt von den verschiedensten Faktoren ab. Hierzu gehören beispielsweise:

  • Anzahl der Unkräuter
  • Art der Pflanzen
  • Größe (je kleiner, umso effektiver)
  • Witterungsbedingungen

Da die Wurzeln bei thermischen Verfahren genau wie bei den meisten mechanischen Methoden nicht in Mitleidenschaft gezogen werden, ist je nach Größe und Unkrautart eine mehrfache Behandlung notwendig. In regenreichen Jahren muss häufiger abgeflammt werden als bei trockener Witterung. Ein Abflammen kann bis zu sieben Mal jährlich nötig sein.

Sicherheitsvorkehrungen

Zwar arbeiten die heutigen Geräte meist nicht mehr mit einer offenen Flamme, trotzdem müssen für ein sicheres Arbeiten und die Aufbewahrung ein paar Sicherheitsregeln beachtet werden.

1. Bedienungsanleitung befolgen
Vor dem Einsatz des Abflammgerätes muss ein Gärtner die Herstellerangaben und die Bedienungsanleitung lesen und sich an die Vorgaben halten, um Verbrennungen und andere ungewünschte Folgen zu vermeiden.

2. Füße und Beine schützen
Achten Sie beim Umgang mit dem Brenner unbedingt auf Ihre eigene Sicherheit. So sollten wegen der Verbrennungsgefahr auf jeden Fall geschlossene Schuhe und nach Möglichkeit lange Baumwollhosen getragen werden. Baumwolle ist im Gegensatz zu manch anderem Gewebe schwer entflammbar und schützt die Haut in gewissem Maße vor versehentlicher Hitzeeinwirkung.

3. Entflammbares Material entfernen
Reinigen Sie im Vorfeld die Flächen, auf denen Sie das Unkraut abflämmen möchten, von Blättern, trockenen Zweigen und sonstigem Unrat, um Brände zu vermeiden. Da die Geräte teilweise Temperaturen bis zu 1000 Grad erreichen, sollten Sie nicht in der Nähe von trockenen Hecken oder Grasflächen arbeiten.

4. Kinder und Haustiere
Aus Sicherheitsgründen sollten sich kleine Kinder und Haustiere lieber im Haus und nicht in der Nähe des Abflammgerätes aufhalten, wenn Sie damit arbeiten. So vermeiden Sie schon im Vorfeld mögliche Gefahrensituationen.

5. Nicht rauchen
Um Zwischenfällen mit dem Flüssiggas vorzubeugen, ist es sinnvoll, während des Abflammens weder zu rauchen, noch andere Zünd- und Feuerquellen in der Nähe zu betreiben. Offene Flammen wie auch glühende Gegenstände (beispielsweise im Grill) können zu Unfällen mit dem Gerät führen.

6. Lagerung
Abflammgeräte, vor allem die dazugehörigen Gaskartuschen, müssen sicher und außerhalb der Reichweite von Kindern aufbewahrt werden. Achten Sie darauf, dass die Kartuschen nur an gut belüfteten Orten gelagert werden, da es zu einem Gasaustritt kommen kann. Auch Sonneneinstrahlung vertragen die Gasdruckbehälter nicht. Außerdem sollten in der Nähe keine leicht entzündlichen Materialien wie Waschbenzin oder auch Kartonagen gelagert werden.

 

Was sagt die Feuerwehr dazu!!

 

Mit Beginn der Gartensaison kommt auch alle Jahre wieder das Thema „Unkrautentfernung“ auf.

Neben mechanischer, körperlich meist anstrengender Entfernung von Unkraut sowie der „chemischen Keule“ kommt das Abflammen von Unkraut mehr und mehr in Mode. Abflammgeräte, meist mit Propangas befeuert, kommen dabei zum Einsatz. Da die Geräte inzwischen sehr preiswert erhältlich sind, wird diese Lösung immer beliebter.

Aber die Nutzung des Gasbrenners ist nicht ungefährlich. Die Abflammgeräte arbeiten mit Temperaturen im Bereich von über 1.000 Grad Celsius. In Abhängigkeit von mehreren, schlecht vorhersehbaren Faktoren wie Windstärke, Windrichtung, Funkenflug, Trockenheit des Bewuchses usw. können sich beim Abflammen kleine, lokale Flammen rasch zu einer brennenden Fläche ausdehnen. Gerade in diesem Jahr ist das nicht ungefährlich, da momentan alles extrem trocken ist.

Die Feuerwehren, musste deswegen in den vergangenen Jahren immer wieder zu sogenannten Heckenbränden ausrücken. Immer wurde versucht Unkraut unsachgemäß abzuflammen. Die Einsätze verliefen meist glimpflich.

Mit Kleinlöschgeräten wie Feuerlöschern sind solche Brände nur noch im Entstehungsstadium unter Kontrolle zu bringen. Beachten Sie folglich beim Umgang mit Abflammgeräten unbedingt, dass eine Brandausbreitung auf ungewollte Bereiche nicht möglich ist. Sollte dies nicht sichergestellt werden können, verzichten Sie unbedingt auf die Verwendung dieser Abflammgeräte! Die Gefahr, dass die Flamme auf die Hecke oder auf andere brennbare Gegenstände übergreift, ist groß, insbesondere bei trockenem Wetter. Gerät eine Hecke in Brand, sollte umgehend die Feuerwehr verständigt werden, um ein weiteres Übergreifen der Flammen auf angrenzende Bauten oder Gegenstände zu vermeiden.

Abgesehen davon bedenken Sie bitte, dass die kaum sichtbare Flamme an den Geräten über 1.000 Grad heiß ist – Verbrennungen sind hier schnell geschehen, tragen Sie daher lange Kleidung und geschlossene Schuhe.

 

 


Mittwoch, 05. August 2020

Designed by LernVid.com