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Corona: Niedersachsen schränkt öffentliches Leben ein

  • In Niedersachsen gelten seit Dienstag, 17. März, um 6 Uhr starke Einschränkungen
  • Veranstaltungen und Versammlungen sind verboten
  • Läden schließen - bis auf solche für den täglichen Bedarf
  • Sportanlagen und Spielplätze können nicht genutzt werden
  • Freizeiteinrichtungen, Clubs, Discos, Bordelle und ähnliches bleiben zu
  • Besuche in Krankenhäusern, Senioren- und Pflegeheimen sind nur im Ausnahmefall erlaubt

Niedersachsen schränkt das öffentliche Leben drastisch ein, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Am Montag stellten Gesundheitsministerin Carola Reimann und Ministerpräsident Stephan Weil (beide SPD) einen umfassenden Maßnahmenkatalog vor. Ob dieser Wirkung zeige, werde man in etwa zwei Wochen sehen - die Menschen dürften nicht damit rechnen, dass die Infektionszahlen sofort zurückgehen, sagte Reimann. Der entsprechende Erlass greift seit Dienstag, 17. März, um 6 Uhr und gilt zunächst bis 18. April. Wie Reimann sagte, sind alle Veranstaltungen und Versammlungen untersagt - das betrifft zum Beispiel auch Osterfeuer. Sportanlagen, Fitnessstudios, Diskotheken, Clubs, Bordelle und ähnliches werden geschlossen. Spielplätze sollen gesperrt werden. Verboten werden auch Zusammenkünfte, etwa in Vereinen. "Wir setzen das gesellschaftliche Leben jetzt für einige Wochen weitgehend aus, um die Infektionsketten und die Dynamik des Geschehens zu brechen", so Reimann. "Wir handeln konsequent, um die weitere Ausbreitung des Virus entscheidend zu verlangsamen."

Die meisten Läden in Niedersachsen machen zu

Die Landesregierung hat auch die Schließung eines Großteils der Geschäfte etwa für Bekleidung, Möbel und Einrichtungsgegenstände angeordnet. "Nicht geschlossen werden die Geschäfte des täglichen Bedarfs", sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Offen bleiben dem Land zufolge

  • Einzelhandelsgeschäfte für Lebensmittel
  • Wochenmärkte
  • Abhol- und Lieferdienste
  • Getränkemärkte
  • Apotheken
  • Sanitätshäuser
  • Drogerien
  • Tankstellen
  • Banken und Sparkassen
  • Poststellen
  • Friseure
  • Reinigungen
  • Waschsalons
  • der Zeitungsverkauf
  • Bau-, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte sowie der Großhandel.

"Für diese Bereiche setzen wir das Sonntagsverkaufsverbot bis auf Weiteres aus", sagte Weil. "Wir sehen, dass es bei vielen Sorge gibt, sie könnten nicht mehr die Dinge des täglichen Bedarfs kaufen. Diese Sorge wollen wir definitiv nehmen." Die Geschäfte bleiben demnach "unter Auflagen" geöffnet - enges Zusammensein von Personengruppen solle vermieden werden.

Coronavirus bringt Beschränkungen für Restaurants

Die neuen Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus hatten Bund und Länderchefs zuvor untereinander abgestimmt. Dass alle gemeinsam Entscheidungen treffen, sei ihm wichtig, sagte Weil im Regionalmagazin Hallo Niedersachsen. "Dieser Katalog von Maßnahmen wird in allen Bundesländern und in Abstimmung mit der Bundesregierung so vollzogen", so Weil, und die Bürger könnten sehen: "Hier ziehen alle am selben Strang." Beschlossen wurden auch Einschränkungen für Restaurants: Sie dürfen frühestens um 6 Uhr morgens öffnen und müssen spätestens um 18 Uhr schließen. Zwischen den Tischen soll ein ausreichender Abstand sichergestellt werden.

 Nicht schön, aber notwendig

"Wir sind uns bewusst, dass das tiefe Eingriffe ins private Leben und ins Geschäftsleben sind", sagte Weil in der Pressekonferenz. Man wolle aber dafür sorgen, dass die Verbreitung des Coronavirus wesentlich milder verlaufe, als es sonst der Fall sein könnte. Keine Veranlassung sehe man derzeit dafür, wie Bayern den Katastrophenfall auszurufen. Und immerhin brachte die Landesregierung auch gute Nachrichten mit: Erste Infizierte seien wieder gesund, sagte Reimann. Auch müssten nur wenige der vom Coronavirus Betroffenen ins Krankenhaus.

Wegen Corona: Besuchsverbot in Krankenhäusern

Wie die Gesundheitsministerin weiter erklärte, sind private Besuche in Kliniken und Pflegeheimen verboten. Ausnahmen gibt es für werdende oder frisch gewordene Väter sowie für Angehörige mit Patienten auf Palliativ- und Kinderklinikstationen.

Inseln gesperrt, Haftantritte in Niedersachsen verschoben

Klar war bereits vorher, dass Niedersachsen die Ostfriesischen Inseln für Touristen sperrt. Und das Justizministerium gab am Montagnachmittag bekannt, dass momentan keine Gefangenen mehr zum Haftantritt geladen werden sollen, die eine sogenannte Ersatzfreiheitsstrafe verbüßen müssen. Diese Ladungen könnten zeitlich verschoben werden. Ersatzfreiheitsstrafen werden verhängt, wenn eine Geldbuße nicht bezahlt wird.

(C) NDR

 


Dienstag, 07. April 2020

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