365 Tage für Sie im Einsatz

Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Förste

 

 Es war am 21 Januar 1879, gegen 16 Uhr, als der Feuerruf durch den stillen Ort Förste zu vernehmen war. Das Anwesen des Heinrich Weitemeyer im Oberdorf 26 stand in Flammen. Schnell hatte sich das Feuer ausgebreitet und auch auf das Nachbargebäude des Karl Römermann übergegriffen. Die Druckspritze musste damals noch durch Eimer befüllt werden und die Bewohner mussten mit ansehen, wie die beiden Gehöfte bis auf die Grundmauern niederbrannten.
Dieser Großbrand veranlasste die Gemeindevertretung, eine Saug- und Druckspritze zu beschaffen. Um diese Spritze nicht in ungeübte Hände geben zu müssen, wurde durch den damaligen Gemeindevorsteher W. Sindram der Beschluss gefasst, eine Freiwillige Feuerwehr zu gründen.
12 Einwohner trafen sich am 23 September 1879 und gründeten die Freiwillige Feuerwehr Förste. Zum ersten Wehrführer wurde der Schuhmachermeister Adolf Müller gewählt. Weitere Mitglieder wurden in die Feuerwehr aufgenommen und im Jahre 1880 wurden die erste Saug- und Druckspritze sowie eine leichte Uniform für die Mitglieder an die Feuerwehr übergeben.
Am 1 April 1881 brannte das Wohn- und Stallgebäude des Landwirtes Heinrich Hasse. Das Feuer bedrohte auch das angrenzende Wohngebäude des Maurers W. Huchthausen. Noch während der Löscharbeiten erscholl aus dem Nachbarort Marke ein weiterer Feuerruf. Da die Feuerwehr Förste jetzt über zwei Spritzen verfügte, begaben sich mehrere Männer mit der alten Druckspritze nach Marke.
Nach einer Amtzeit von 8 Jahren gab im Jahre 1887 der erste Wehrführer Adolf Müller sein Amt an den Gastwirt Wilhelm Gisecke ab.
Am 23 Januar 1888 fiel das Gehöft des Bauern Karl Otto einem Brand zum Opfer. Unterlagen aus dieser Zeit fehlen gänzlich. Wilhem Giesecke legte sein Amt als Wehrführer 1900 nieder und Robert Heyl trat an dessen Stelle. Er war leider auch nicht Lage, die Feuerwehr wieder auf einen guten Stand zu bringen.
Am 27 September 1901 trat durch den Königlichen Oberpräsidenten zu Hannover der Erlass in Kraft, den freiwilligen Feuerwehrdienst nach den Maßgaben und Vorschriften der Polizeiverordnung zu leisten. Der Oberpräsident zu Hannover verpflichtete die Freiwillige Feuerwehr Förste am 1 April 1902, indem er sie gem. §113 Reichsstrafgesetz als Feuerwehr anerkannte.
Die Feuerwehr wurde besser organisiert und auf 30 Mitglieder erhöht. Neue Kleidung und die Einteilung in einen Lösch- und Steigerzug folgten. Bei den Neuwahlen des Kommandos wurde Schneidermeister Karl Wedemyer als Wehrführer und August Bornemann als Stellvertreter gewählt. Mit dieser Führung wurde die Feuerwehr durch Übungen und Versammlungen wieder auf einen guten Ausbildungstand gebracht. Die Feuerwehr war jetzt den Nachbarwehren des Kreises ebenbürtig. Uniformen wurden damals durch die Kameraden in Eigenleistung beschafft. Die Feuerwehr musste nun auch zu vielen Hilfeleistungen in die Nachbarorte Nienstedt, Eisdorf, Willensen, Marke und Dorste ausrücken. Wehrführer Karl Wedemeyer erblindete am 1. Mai 1913 und gab sein Amt an seinen bisherigen Stellvertreter August Bornemann ab. Neuer Stellvertreter wurde Wilhelm Merten.
Der erste Weltkrieg hinterließ einige Lücken in den Reihen der Feuerwehrkameraden. August Bornemann führte die Feuerwehr bis 1928 und trat dann aus Altersgründen zurück. Wilhelm Merten wurde durch die Versammlung der Mitglieder zum neuen Wehrführer gewählt.
Das 50jährige Bestehen der Feuerwehr Förste wurde von 13. bis 15. Juli 1929 gefeiert. Zu dieser Zeit hatte die Feuerwehr 37 Mitglieder und von den Gründern waren noch vier am Leben.
Am 23. September 1929, genau 50 Jahre nach der Gründung der Feuerwehr, hatte die Feuerwehrkapelle ihre Geburtsstunde.
Wilhelm Merten leitete die Feuerwehr bis zum 5. Mai 1934. Danach übernahm August Koch die Führung.
Die Feuerwehr passte sich den Erfordernissen der 3. Reiches an. Der zweite Weltkrieg folgte und wieder entstanden Lücken durch gefallene Mitglieder.
Noch während des Krieges wurde durch die Gemeinde die erste Tragkraftspritze angeschafft und die Pflichtfeuerwehr eingeführt.
Beim Einmarsch der Amerikaner am 11. April 1945 sind mehrere Gebäude in Brand geschossen worden. Löscharbeiten durch die Feuerwehr durften auf Anordnung der Besatzungstruppen nicht durchgeführt werden.Nach dem Kriege fand am 7. August 1948 die erste Versammlung der Freiwilligen Feuerwehr Förste statt. Unter der Leitung von Brandmeister August Koch stellten sich wieder viele Kameraden der guten Sache und warben neue Mitglieder. Brandmeister August Koch setzte sich 24 Jahre als Wehrführer von 1934 bis 1958 sehr für die Modernisierung und Motorisierung der Feuerwehr Förste ein.
Trotz geringer Mittel beschaffte die Gemeinde im Jahr 1952 das erste Kraftfahrzeug, ein Opel Blitz, so dass die Feuerwehr beweglicher und schneller am Einsatzort war. Dieses Fahrzeug wurde im November 1956 durch ein neues Löschgruppenfahrzeug LF8 mit Vorbaupumpe ersetzt.Die Gemeinde brachte erhebliche Mittel auf und verbesserte wesentlich die Ausrüstung der Mitglieder der Feuerwehr.
1954 feierte die Feuerwehr ihr 75 jähriges Jubiläum. Dieses groß geplante Fest fiel buchstäblich ins Wasser. Es hatte zur Feier zwei Tage unaufhörlich geregnet.
1958 übernahm Willi Zellmann von August Koch die Führung der Feuerwehr. Adolf Strebe, der seit 1947 Gerätewart war, gab an Harry Blauert ab.
Das neue Löschgruppenfahrzeug, LF 8, bestand seine erste Bewährungsprobe bei einem Brand in der Tonmöbelfrabrik Schöttler & Co. Später wurde durch die Gemeinde eine Tragkraftspritze TS 8/8 für das Löschgruppenfahrzeug angeschafft.
Im September 1963 setzte eine große Brandserie ein. Man vermutete, dass ein Feuerteufel sein Unwesen trieb. Als erstes brannte das Wohn- und Wirtschaftsgebäude von Hubert Wedemeyer im Pfingstanger 27 nieder. Bis 1968 brannten weitere acht Wohn- und Wirtschaftsgebäude nieder.
1965 die Scheune von Gisela Peinemann, Auf dem Bruch. 1966 die Scheune von Oskar Haase, Auf der Worth und die Scheune und Stallungen von Walter Kuhns, Am Gut. 1968 das Wohn- und Wirtschaftsgebäude von August Bornemann im Mittleren Winkel.
Das alte Gerätehaus entsprach nicht mehr den neuzeitlichen Erfordernissen und sollte durch ein Neues, Modernes ersetzt werden.
Ein zweites Fahrzeug,ein Mannschaftstransportfahrzeug, sollte angeschafft werden. Es hätte im alten Gerätehaus keinen Platz.
Dank langjähriger Bemühungen des Kommandos und des Gemeinderates begann man im September 1968 mit dem Bau eines neuen Feuerwehrhauses. Auf dem Gemeindeeigenen Grundstück Hauptstrasse 10, jetzt Oberdorf 6, entstand in Eigenleistung das neue Feuerwehrhaus. Viele freiwillige Arbeitsstunden leisten die Mitglieder und hilfsbereite Bürger. Zum 90jährigen Bestehen der Wehr im Juni 1969 konnte das neue Feuerwehrhaus von der Gemeinde während einer kleinen Feierstunde übergeben und eingeweiht werden. In diesem Jahr brannte der alte Geräte- und Lagerschuppen des Bahnhofs nieder.
Das erste Mannschaftstransportfahrzeug, MTF, ein VW-Bus, wurde ebenfalls der Wehr übergeben.
Ende der 60er Jahre wurden die ersten Atemschutzgeräte an die Feuerwehr Förste ausgeliefert. Die Feuerwehrkameraden mussten sich für das Tragen der Geräte fit halten. Es wurde Sport getrieben, auch Fussball gespielt und an Turnieren teilgenommen. Das erste Fussballspiel war zu Gunsten des Kindergartens Förste. Aus dieser Idee entstand auch der FeuerwehrSportClub, FSC 70.
Peter Berger , der 1977 die Nachfolge des stellvertretenden Ortsbrandmeisters Karl Fröhlich antrat, wurde 1980 zum stellvertretenden Stadtbrandmeisters der Stadtwehren Osterode gewählt. 1982 stand nach 23 Jahren wieder ein Wechsel in der Wehrführung an. Willi Zellmann schied aus und übergab Heinz Eberleh das Komando. Willi Zellmann wurde zum Ehrenortsbrandmeister ernannt.
1982 wird die Feuerwehr zur Stützpunktwehr bestimmt und erhielt ein TLF 8.
Die Feuerwehr bekam 1984 eine neue TS8/8. Im Januar 1988 wurde Peter Berger zum neuen Ortsbrandmeister gewählt, sein Stellvertreter wurde Arnd Lomberg. Am 16.12.1989 wurde die Jugendfeuerwehr gegründet.
Peter Berger trat 1995 aus gesundheitlichen Gründen von seinen Ämtern zurück. Bei den Neuwahlen setzte sich Karl-Heinz Meier als Ortsbrandmeister durch, der Stellvertreter wurde Meinhard Mues.
1997 wurde das alte LF 8, das durch einen Motorschaden kaputt ging, durch ein Neues ersetzt.
Am 31.10.2001 wurde der neue Förderverein der Förster Wehr gegründet, um die Feuerwehr besser zu unterstützen. Im September 2002 gab der bisherige stellvertretende Ortsbrandmeister Meinhard Mues sein Amt ab.
In der Dienstversammlung im November 2002 wurde der bisherige Gruppenführer Stefan Kemmling zum seinem Nachfolger gewählt. Am 20.06.2003 wurde im Rahmen einer Dienstversammlung das TLF 8 durch ein TLF 16/24 ersetzt.
Im Januar 2007 legte der stellvertretende Ortsbrandmeister Stephan Kemmling sein Amt nieder.
Peter Meier wurde in einer außerordentlichen Dienstversammlung am 06.04.07 zu seinem Nachfolger gewählt.
Während der Jahreshauptversammlung im Januar 2008 wurde der stellvertretende Ortsbrandmeister Peter Meier zum neuen Ortsbrandmeister gewählt. Zu seinem Nachfolger wurde Sascha Wedemeyer gewählt.

 

 

Führungskräfte der Feuerwehr Förste

 

Ortsbrandmeister
1879 - 1887    Adolf Müller
1887 - 1900    Wilhelm Giesecke
1900 - 1901    Robert Heyl
1901 - 1913    Karl Wedemeyer
1913 - 1928    August Bornemann
1928 - 1934    Wilhelm Merten
1934 - 1958    August Koch
1958 - 1982    Willi Zellmann
1982 - 1988    Heinz Eberleh
1988 - 1996    Peter Berger
1996 - 2008    Karl-Heinz Meyer
Seit 2008    Peter Meier

 

Stell. Ortsbrandmeister
1901 - 1913    August Bornemann
1913 - 1928    Wilhelm Merten
1928 - 1934    August Koch
1934 - 1951    August Fischbeck
1951 - 1954    Willi Sievert
1954 - 1958    Willi Zellmann
1960 - 1971    Adolf Hattenbauer
1971 - 1976    Karl Fröhlich
1977 - 1988    Peter Berger
1988 - 1994    Arnd Lomberg
1994 - 1996    Karl-Heinz Meyer
1996 - 2002    Meinhard Mues
2002 - 2007    Stephan Kemmling
2007 - 2008    Peter Meier
2008 - 2014    Sascha Wedemeyer
seit 2014 Michael Peinemann

 


Donnerstag, 21. September 2017

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