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Aufwandsentschädigungen unschädlich für „Hartz IV“

Merkblatt des Feuerwehrverbandes zu Anrechnung auf Arbeitslosengeld II

Mit der Anrechnung der Aufwandsentschädigung für ehrenamtlich tätige Feuerwehrangehörige auf das Arbeitslosengeld II hat sich der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) beschäftigt. Um bei dieser Frage den Feuerwehrangehörigen im Falle der Arbeitslosigkeit sichere Informationen zu geben, erstellte der DFV in Abstimmung mit der Bundesagentur für Arbeit ein Merkblatt zu diesem Thema. Die wesentlichen Eckpunkte darin lauten:

  • Die Aufwandsentschädigung für die Tätigkeit in der Freiwilligen Feuerwehr gilt als so genanntes Privilegiertes Einkommen, das nicht auf das Arbeitslosengeld II angerechnet wird.
  • Voraussetzung: Die Entschädigung übersteigt nicht den Betrag einer halben monatlichen Regelleistung (gegenwärtig in Höhe von 179,50 EUR).


Die Aufwandsentschädigung gilt als „anderweitig zweckbestimmte Einnahme“; sie soll also nicht der Sicherung des Lebensunterhalts dienen. Da ein erheblicher Betrag an Aufwandsentschädigung diesem Gedanken zuwiderlaufen würde, gibt es die Begrenzung bis hin zum oben genannten Betrag, bis zu dem keine „Gerechtfertigkeitsprüfung“ durchgeführt wird.

DFV-Präsident Hans-Peter Kröger begrüßt ausdrücklich die Sonderreglung: „So wird abgesichert, dass Feuerwehrangehörige auch bei Arbeitslosigkeit weiterhin ohne Probleme engagiert in der Feuerwehr tätig sein können.“

Quelle: Deutscherfeuerwehrverand e.V.

Appell: Kein Katastrophentourismus bei Hochwasser

Feuerwehrverband dankt eingesetzten Kräften in Sachsen für Engagement

Berlin/Görlitz – Deiche verstärken, Keller auspumpen, Schlamm beseitigen: „Alle Feuerwehren im Landkreis Görlitz sind im Einsatz“, erklärt Andreas Johne, Pressesprecher des Katastrophenstabes des vom Hochwasser der Neiße betroffenen Landkreises. Mehr als 1.000 Einsatzkräfte – darunter ein Großteil Feuerwehrangehörige – versuchen aktuell, den Schaden zu minimieren. „Wichtig ist, die Helferinnen und Helfer nicht durch Katastrophentourismus zu behindern“, appelliert Johne. In Teilen des Landkreises war aufgrund starker Regenfälle Katastrophenalarm ausgerufen worden.

„Aus ganz Sachsen sind Einheiten des Katastrophenschutzes in die betroffenen Gebiete unterwegs“, berichtet Siegfried Bossack, Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbandes Sachsen. „Wir danken den eingesetzten Kräften für ihre Hilfe – und auch den Arbeitgebern, die das Engagement der ehrenamtlichen Feuerwehrangehörigen ermöglichen!“, erklärt Bossack gemeinsam mit Hans-Peter Kröger, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV).

Die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren setzen sich mit großem persönlichen Engagement für ihre Mitbürger ein: „Wir wissen bislang von mehreren Fällen, bei denen Feuerwehrleute ihr eigenes Hab und Gut in den Fluten verloren, während sie an anderer Stelle im Einsatz waren“, so Bossack.

Die Feuerwehren sind mit mehr als 50.000 aktiven Einsatzkräften die größte Hilfeleistungsorganisation in Sachsen. Speziell bei einer Hochwasserlage, die über mehrere Tage geht, werden zahlreiche Feuerwehrmänner und -frauen zur Ablösung benötigt.


Quelle: Deutscherfeuerwehrverband e.V


Loveparade: Einsatzkräfte müssen Bilder verarbeiten

Feuerwehrverbandspräsident appelliert: Hinweise der Feuerwehr ernst nehmen

„Zutiefst betroffen reihen die deutschen Feuerwehren sich ein in die große Gemeinschaft aller Menschen, die sich jetzt mit ihren Gedanken und ihrer Trauer den Angehörigen der Opfer von Duisburg zutiefst verbunden fühlen“, kondolierte Hans-Peter Kröger, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV).

In einem Brief an den Vorsitzenden des Verbandes der Feuerwehren in NRW sowie den Vorsitzenden des Stadtfeuerwehrverbandes und den Leitenden Branddirektor Duisburgs anlässlich des tödlichen Unglücks im Rahmen der „Loveparade“ erklärte der DFV-Präsident: „Den Einsatzkräften vor Ort gilt unser Dank und Respekt für die überragende Leistung in der Bewältigung der schwierigen Lage“, erklärte er. Kröger, der auch Vorsitzender der Stiftung „Hilfe für Helfer“ des DFV ist, appellierte an alle eingesetzten Kräfte, die Angebote der Psychosozialen Notfallversorgung vor Ort anzunehmen, um die Bilder und Eindrücke zu verarbeiten.

Kröger betonte das Interesse der Feuerwehren an einer umfassenden Aufklärung der Umstände des Unglücks: „Der anerkannt hohe Standard des Vorbeugenden Brand- und Gefahrenschutzes in Deutschland hat schweren Schaden gelitten. Nun gilt es, Erkenntnisse zu gewinnen, wie es zu dem Unglück gekommen ist – und diese dann auch ernst zu nehmen.“ Hinweise und Bedenken der Feuerwehren müssten konsequent berücksichtigt werden, so der DFV-Präsident.


Quelle: Deutscherfeuerwehrverband e.V.


Große Hitze belastet Einsatzkräfte

Bundesfeuerwehrärzte warnen vor Wärmebelastung und geben Tipps

Die Wettermeldungen für die nächsten Tage prognostizieren ein extrem heißes Wochenende mit Temperaturen bis zu 38°C. Insbesondere für Feuerwehr- und Rettungskräfte bedeutet dies im Einsatzfall eine enorme körperliche Belastung, auf die Bundesfeuerwehrarzt Dr. Hans-R. Paschen und sein Stellvertreter Klaus Friedrich ausdrücklich hinweisen.

Nicht nur die erhöhte Ozonbelastung und direkte Sonneneinstrahlung insbesondere auf den Kopf sind Ursachen für eine gestiegene Belastung in den kommenden Tagen. Auch starkes Schwitzen kann zu einer gefährlichen Dehydratation (Wasserverlust) mit Elektrolytstörungen und einer Kreislaufdysregulation (Hitzekollaps) kommen. Die Folgen reichen vom Kopfschmerz, Schwindel. Übelkeit, Erbrechen, bis hin zu Veränderungen des Bewusstseins, Krampfanfällen und Kreislaufstillstand.

Diese Problematik wird besonders unter Einsatzbedingungen enorm verstärkt. Das Tragen schwerer Schutzkleidung, die verstärkte körperliche Anstrengung beispielsweise unter Atemschutz oder auch psychische Druck erhöhen die Belastungen.

Besonders Einsatzführungskräfte sollten deshalb unbedingt die folgenden neun Sicherheitsratschläge der Bundesfeuerwehrärzte beachten:

  • Einsatzzeiten und körperlichen Belastungen auf das Notwendigste zu beschränken!


  • Halten Sie ausreichend Getränke und Obst im Einsatzfahrzeug vor!
  • Großzügige Flüssigkeitszufuhr vor, während und nach dem Einsatz!
  • Die tägliche Trinkmenge sollte bei gesunden Einsatzkräften mindestens drei Liter betragen! Diese ist kontinuierlich in kleinen Portionen aufzunehmen!
  • Nach einem Atemschutzeinsatz sollte die Trinkmenge um weitere eineinhalb Liter erhöht werden!
  • Schaffen von schattigen und kühlen Ruheplätzen und Kräftesammelstellen!
  • Passen Sie die Einsatzschutzbekleidung den Notwendigkeiten an.
  • Frühzeitig an die Anforderung ablösender Kräfte denken!
  • Achten Sie auch auf einen konsequenten UV-Schutz (Schutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor, Sonnenbrille etc.)


Quelle: Deutscherfeuerwehrverband e.V.



Hitzebelastung und Waldbrandgefahr steigen


DFV und BBK warnen / Sicherheitstipps der Feuerwehren beachten


Die anhaltende Hitze und Trockenheit lässt die Waldbrandgefahr steigen. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), der Deutsche Wetterdienst (DWD) und der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) weisen daraufhin, dass in den Bundesländern teilweise hohe Waldbrand-Warnstufen erreicht wurden bzw. im Verlauf des Wochenendes zu erwarten sind. Besonders im Osten Deutschland wurde in einigen Landesteilen bereits die höchste Warnstufe 5 erreicht.

Nur durch den verantwortungsvollen Umgang mit der Natur lassen sich Waldbrände vermeiden. Bitte beachten Sie die Sicherheitstipps der Feuerwehr für Natur und Grillvergnügen:

  • Beachten Sie das absolute Verbot für offenes Feuer in Wäldern; dies gilt auch für Grillfeuer – fragen Sie nach ausgewiesenen Grillplätzen.
  • Ebenso ist es verboten, in den Wäldern zu rauchen.
  • Werfen Sie keine brennenden Zigaretten aus dem Autofenster.
  • Benutzen Sie nur ausgewiesene Parkplätze beim Ausflug in die Natur. Grasflächen unter Fahrzeugen können sich durch heiße Katalysatoren entzünden.
  • Halten Sie die Zufahrten zu Wäldern, Mooren und Heideflächen frei – sie sind wichtige Rettungswege. Beachten Sie unbedingt Park- und Halteverbote.
  • In einigen Gebieten ist der Zugang zu Waldgebieten untersagt – bitte folgen Sie diesem Verbot.
  • Melden Sie Brände oder Rauchentwicklungen sofort über Notruf 112. Verhindern Sie Entstehungsbrände, unternehmen Sie Löschversuche, wenn Sie sich dabei nicht selbst in Gefahr bringen, und rufen Sie in jedem Fall die Feuerwehr zur Nachkontrolle.



Weitere Informationen auf der Seite des Deutschen Feuerwehrverbandes www.feuerwehrverband.de und der Waldbrandgefahrenseite des Deutschen Wetterdienstes: www.dwd.de/waldbrandgefahr.

In ganz Deutschland ist in den nächsten Tagen mit hoher Wärmebelastung zu rechnen. Daher sollten insbesondere die Wetter-Warnhinweise des Deutschen Wetterdienstes (DWD) beachtet werden. Das BBK-Faltblatt „Hitze“ informiert darüber hinaus kurz und bündig, wie Gefahren erkannt und Schäden vermieden werden können.

Der Deutsche Wetterdienst meldet, dass sich die Hitzewelle bis zum Wochenende steigert. Bis zum Freitag verlagert sich das Hoch YARI mit seinem Zentrum zum östlichen Mitteleuropa. An seiner Westflanke fließt dann aus südlichen Richtungen heiße Luft nach Deutschland und lässt die Temperaturen weiter nach oben klettern. Die 30-Grad-Marke kann gebietsweise schon am späten Vormittag überschritten werden. Bis zum Nachmittag steigert sich die Hitze auf Spitzenwerte von 36 oder 37 Grad in den Niederungen im Westen und Südwesten Deutschlands. Am Samstag werden abgesehen von den Küstenregionen verbreitet 31 bis Grad 35 Grad erreicht. In der Westhälfte werden Spitzentemperaturen um 37 Grad, jeweils gemessen im Schatten, erwartet!

Auf der Internetseite „deutsches Notfallvorsorge-Informationssystem“ (www.denis.bund.de) gibt es weitere Hinweise, Ratschläge und Auskünfte darüber, wie Sommergefahren abgewendet werden können bzw. wie und wo in einem Notfall geholfen werden kann.

Quelle:Deutscherfeuerwehrverband e.V.


Delegiertenversammlung der DJF

150 Delegierte beschließen Wegpunkte für Deutsche Jugendfeuerwehr

Leipzig – Am Samstag ist im Congress Centrum Leipzig die Delegiertenversammlung der Deutschen Jugendfeuerwehr zusammengekommen. Auf der Tagesordnung standen neben der Beschlussfassung über eine Resolution gegen Rechtsextremismus auch Wahlen und die Festlegung der nächsten Orte von DJF-Großveranstaltungen. Die Bundesjugendleitung legte Bericht über die Tätigkeiten auf Bundesebene ab.

In einem Grußwort ging Hans-Peter Kröger, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbands, auf die zurückliegende Arbeit ein. Er betonte, dass Leipzig 2010 mit den Tagungen und dem Messestand in sehr guter Erinnerung bleiben wird. „Die täglichen Talkrunden zur Kampagne ‚Unsere Welt ist bunt’ waren ein sehr belebendes Element. Wir können uns diesen Erfolg gemeinsam – DFV und DJF – auf die Fahnen schreiben.“

Leipzigs Bürgermeister Heiko Rosenthal sprach seinen Respekt für die geleistete Arbeit aus. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung sagte er: „Die Zukunft in den ländlichen Räumen zwingt uns zu schauen, um Antworten und Lösungen für die kommenden Herausforderungen zu finden. Dazu ist in Leipzig viel aufgeboten worden.“

Dem schloss sich Jos Tholl, Vorsitzender der Jugendleiter-Kommission des Weltfeuerwehrverbands CTIF, an: „Ich kann Ihnen für die Veranstaltungen hier in Leipzig nur gratulieren. Die Aktionsmeile war wunderbar organisiert – mit viel Action, die begeistert.“

Die mehr als 150 Delegierten hatten eine Reihe von Abstimmungen und Wahlen vorzunehmen. Die Versammlung hat folgende Beschlüsse gefasst und Wahlen abgehalten:

* Die Resolution „Einer für alle – alle für einen“ gegen rechte Unterwanderung wurde einstimmig angenommen. Sie ist auf www.jugendfeuerwehr.de zum Download zu finden.
* Der „Kreativ-Teil“ findet künftig zum Bundeswettbewerb statt. Die Bundesländer müssen den Auftritt einer Mannschaft gewährleisten. Der Auftritt kann und sollte von den Wettbewerbsmannschaften geleistet werden, jedoch kann auch eine weitere Jugendfeuerwehr entsendet werden. Der Beschluss wurde bei 46 Nein-Stimmen, 11 Enthaltungen und 98 Ja-Stimmen gefasst.
* Die Deutschen Meisterschaften nach CTIF finden gemeinsam mit dem DFV 2012 in Cottbus statt.
* Die Delegiertenversammlung der DJF wird 2012 durch Hamburg ausgerichtet.
* Willi Donath, ehemaliger Landes-Jugendfeuerwehrwart aus Hessen, wurde als Vorsitzender des neu eingerichteten Fachausschusses Integration gewählt. Donath ist einer der maßgeblichen Impulsgeber für die DJF-Integrationskampagne „Unsere Welt ist bunt“.
* Die Vorsitze der Fachausschüsse Mädchen- und Jungenarbeit sowie Jugendpolitik sind weiterhin vakant. Für den Fachausschuss Jugendpolitik gibt es mit Stefan Ehricht einen kommissarischen Vorsitzenden.


Die Delegiertenversammlung hat ebenfalls die Sachberichte aus den Fachausschüssen zur Kenntnis genommen. Die Facharbeit nimmt einen großen Stellenwert bei der Deutschen Jugendfeuerwehr ein. Unter anderem sind durch die ehrenamtlich besetzten Fachausschüsse die folgenden Themen künftig auf der Agenda:

  • Integration von Menschen mit Behinderung
  • Kinderfeuerwehr
  • Demografische Veränderung / Ganztagsschule
  • Freiwilliges Soziales Jahr
  • Ausbildungsinitiative für JF-Mitglieder
  • Männliche Vorbilder
  • Neue Wege in der Presse- und Medienarbeit
  • Verbesserung der Rahmenbedingungen zur Durchführung von Wettbewerben
  • Erarbeitung von Schulungsunterlagen für Wettbewerbe




Quelle: Deutscherfeuerwehrverband e.V.


Zur Integration müssen sich beide Seiten bewegen


Migranten und Vielfalt Thema beim 28. Deutschen Feuerwehrtag


Leipzig – Ein zentrales Thema in den Gremien des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) und der Deutschen Jugendfeuerwehr (DJF) ist die Vielfalt der Feuerwehrmitglieder. Ziel ist es, möglichst vielfältige Zielgruppen wie weibliche Feuerwehrmitglieder oder Migranten für das Ehrenamt zu gewinnen. In verschiedenen Projekten wie etwa „Frauen am Zug“ oder „Unsere Welt ist bunt“ wurden Ergebnisse entwickelt, die den einzelnen Feuerwehren vor Ort als Leitplanken und Entscheidungshilfen dienen können.

Der Kongress „Vielfalt in der Feuerwehr“ befasste sich anlässlich des 28. Deutschen Feuerwehrtages mit den Themen Migration und Integration. Zbignew Kozlowski von der Feuerwache Berlin-Hellersdorf berichtete von mehreren Einsätzen in seinem Bereich, bei dem es zu tödlichen Verletzungen kam. Diese Todesfälle wären nach seinen Worten zu vermeiden gewesen, wenn ein sprachkundiger Feuerwehrangehöriger im Einsatz gewesen wäre, der die in Gefahr geratenen Personen in ihrer Muttersprache hätte ansprechen, beruhigen und zum Bleiben in der sicheren Wohnung überreden können. So öffneten die ausländischen Mitbürger die Wohnungstür und versuchten, durch das total verqualmte Treppenhaus zu fliehen, was sie nach wenigen Atemzügen mit ihrem Leben bezahlen mussten.

Aber nicht nur der Aspekt der Rettung, sondern auch die demografische Entwicklung insgesamt sollte die Feuerwehren veranlassen, über neue Formen der Mitgliederwerbung nachzudenken. Jeder fünfte Einwohner der Bundesrepublik hat inzwischen einen Migrationshintergrund. Vergleichbare Mitgliederzahlen finden sich jedoch nicht in den Feuerwehren und auch nicht in der Jugendfeuerwehr wieder. Hüseyin Yilmaz – stellvertretender Vorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland – wies in seinem Impulsvortrag darauf hin, dass Menschen mit Migrationshintergrund sehr gute Netzwerker seien. Egal welcher Nationalität, seien Gruppenbildungen und gegenseitige Hilfe völlig normal. Wenn hier eine Bewegung stattfinden solle, müssten die Bedürfnisse der Migranten erkannt und auch befriedigt werden, wenn man Erfolg haben wolle.

Ludwig Sauer von der Freiwilligen Feuerwehr Wiesloch (Baden-Württemberg) verfügt über gute Erfahrungen mit Migranten und unterstreicht, dass die Leiter der Feuerwehren mit der Integration nicht überfordert werden dürfen. Es müssten seitens des DFV oder der DJF Konzepte entwickelt werden, die praxistauglich und auch leicht umzusetzen sind. In diesem Zusammenhang wies Cornelia Andree vom DFV auf eine CD mit einem Schulungsprogramm hin, die beim DFV angefordert werden kann. Dies ist Ergebnis des Leonardo da Vinci-Projekts der Europäischen Union für mehr Vielfalt in der Feuerwehr, an dem sich der Feuerwehrverband aktiv beteiligt hat.

Kritisch wurde die Entwicklung und Auflegung immer neuer Projekte und die daraus folgende Beantragung von Fördergeldern im Plenum gesehen. Die finanzielle Unterstützung sollte lieber in die Validierung der Ergebnisse bisheriger Projekte in der Praxis gelenkt werden, um für andere Feuerwehren zur Verfügung zu stehen. Auf nationaler und internationaler Ebene stünden genug gute Ideen zur Verfügung, so dass man „die Welt nicht jedes Mal wieder neu erfinden“ müsse.

Allen Beteiligten sollte klar sein, dass Menschen mit Migrationshintergrund nicht von sich aus in die Feuerwehrhäuser kommen. Sie müssen auf der einen Seite aktiv angesprochen werden, und auf der anderen Seite bei ihren ethnischen Besonderheiten abgeholt werden, um eine erfolgreiche Integration zu erzielen. „In diesem Prozess darf sich kein Beteiligter verbiegen, sondern jeder sollte die Bedürfnisse der anderen kennen, um ihnen auf dem Weg ein Stück entgegen zu kommen“, erklärte abschließend Orhan Bekyigit, Fachberater Migration des Deutschen Feuerwehrverbandes.

Quelle: Deutscherfeuerwehrverband e.V.


Rettungsdienst muss öffentliche Aufgabe bleiben


Appell bei Fachmesse RETTmobil: Feuerwehrverband lehnt Privatisierung ab


Fulda – Der Rettungsdienst muss in Deutschland als öffentliche Aufgabe bestehen bleiben. Dafür hat sich der Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV), Hans-Peter Kröger, bei der Fachmesse RETTmobil in Fulda ausgesprochen. Die dreitägige Leitmesse für Rettung und Mobilität geht heute zu Ende.

Der Spitzenverband der Feuerwehren wehrt sich gegen Versuche, die medizinische Notfallversorgung grundsätzlich auszuschreiben und der Privatwirtschaft zu übergeben. „Wir lassen diese hoheitliche Aufgabe nicht in den privaten Bereich abdriften!“, betont Feuerwehr-Präsident Kröger.

Hintergrund sind Äußerungen aus der Regierungskoalition sowie die Marktliberalisierung der Europäischen Union. Namhafte Unternehmen positionieren sich bereits für eine Übernahme der bisher überwiegend durch Feuerwehren, Gebietskörperschaften oder Hilfsorganisationen betriebenen Rettungswachen.

DFV-Präsident Kröger: „Deutschland hat ein funktionierendes System schneller, professioneller Hilfe, das nicht zerschlagen werden darf! Der Rettungsdienst ist integraler Bestandteil der staatlichen Daseinsvorsorge. Seine Qualität darf nicht dem Wettbewerb geopfert werden! Vorhaltekosten für Großschadenslagen würden allein an der öffentlichen Hand hängen bleiben, während private Anbieter darauf zielen, mit Schmalspurangeboten hohe Gewinne einzufahren.“

Die meisten deutschen Berufsfeuerwehren sind im Rettungsdienst tätig, aber auch zahlreiche Freiwillige Feuerwehren. „Rettungs- und Notarztdienst mit qualifizierter Erstversorgung durch reguläre Feuerwehreinheiten aus einer Hand, große Schlagkraft bei einer Vielzahl von Verletzten sowie die durchgängige Organisations- und Führungsstruktur zeichnen unser System aus. Daran darf im Interesse der Patientinnen und Patienten nicht gerüttelt werden“, erklärt DFV-Präsident Kröger.


Quelle: Deutscherfeuerwehrverband e.V.




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